Neugründung des Obst- und Gartenbauvereins im Jahre 1948


Am 31. Juli 1948 teilte der damalige Landrat Bungart in Homburg Dem Frankenholzer Obst- und Gartenbauverein im Auftrag des „Hohen Kommissariats der Französischen Republik im Saarland“ mit, dass der Verein „unter der Nummer D-248 genehmigt und eingetragen wurde“. Damit waren die Bemühungen erfolgreich gewesen, die am 8. Februar 1948 im damaligen Gasthaus Schley begonnen hatten, als sich nach „vorheriger Genehmigung der Militärregierung“, wie es im Protokoll heißt, 15 Interessierte getroffen hatten, um den Verein wiederzugründen und damit eine alte Tradition wiederaufzunehmen. Zum 1. Vorsitzenden wurde damals Rudolf Gaffga gewählt, während sein Sohn Rudi Gaffga als Schriftführer fungierte, was damals gar nicht so einfach war, da alle Schriftstücke auf deutschen und französischen Formularen und damit zweisprachig eingereicht werden mussten. 2. Vorsitzender war Fritz Hau sen., Kassierer Emser Heinrich und Beisitzer Schmidt Edgar. Seit 1961 wird der Verein unter der Nummer VR-400 geführt.
Mit der Wiedergründung war die Verbindung zur früheren Vereinstätigkeit wiederhergestellt, von der allerdings nichts bekannt ist, da jegliche Unterlagen fehlen. Lediglich 3 Blätter des früheren Vereinsbuches sind vor einigen Jahren unter kuriosen Umständen wieder aufgetaucht, die über die Jahre 1927 bis 1929 berichten. Da das erste dieser Blätter die Seitenzahl 3 trägt, lässt sich rückschließen, dass die Erstgründung des Vereins um das Jahr 1925 erfolgt sein muss und erster Vorsitzender vermutlich Isidor Gaffga war, der 1927 noch als Vorstand fungierte, während ab Oktober des gleichen Jahres Omlor Albert als Vorsitzender genannt wird. Auf die Existenz dieses Obstbauvereins weist auch ein Auszug im Sitzungsbuch des Gemeinderates Oberbexbach/Frankenholz vom 28. Mai 1930 hin. Hierin wird seitens der Gemeinde dem Verein ein Raum beim alten Schulhaus als „Abstellraum“ überlassen. Die Instandsetzungskosten hatte der Verein selbst zu tragen.
Während über die Gründerzeit und die Zeit danach kaum etwas dokumentiert ist, lässt sich die Vereinsgeschichte nach der Wiedergründung besser verfolgen, obwohl auch hier Niederschriften und Dokumente über größere Zeiträume fehlen. Auf Rudolf Gaffga als Gründungsvorsitzenden folgte Fridolin Müller sen., seit 1966 fungierten Leopold Müller, seit 1970 Oskar Velten, ab 1977 Hugo Schug, ab 1979 Gustav Fabricius, seit 1982 Wolfgang Forthofer und seit 2001 Joachim Bambach als Vorsitzende des Vereins, der heute rund 215 Mitglieder zählt, wovon die Hälfte nicht in Frankenholz ansässig ist. (Dabei kommen die Mitglieder nicht nur aus den umliegenden Dörfern, sondern auch aus dem Bliestal und dem westpfälzischen Raum. Ein Mitglied ist in Trier wohnhaft, eins in Bad Hönningen im Landkreis Neuwied, eins im hessischen Riedstadt bei Darmstadt eins in Villingen-Schwenningenund ein Mitglied haben wir in Hamburg.
Vom Mitgliederstand sind über die Jahrzehnte Tiefen und Höhen zu verzeichnen. Anfangs wuchs der Verein sehr schnell und stieg von 15 Mitgliedern im Jahr l948 auf fast 200 im Jahr 1978 an. Dies war auch deshalb nicht verwunderlich, da der Verein seit 1950 eine Schnapsbrennerei betrieb und damit den Wünschen der Bergmannsbauern entgegenkam, die hier ihr überflüssiges Obst von dem Streuobstgürtel, der seit der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts um das Dorf entstanden war, sinnvoll verwerten konnte. Diese Brennerei war anfangs im Anwesen Leopold Müller, dann kurzfristig in einem Anbau des Raiffeisen-Gebäudes (später Anwesen „Getränke-Hahn“) und schließlich im heutigen Brennhaus am Dorfbrunnen installiert, das 1953/54 errichtet und in Betrieb genommen wurde. Die frühere Gemeinde Frankenholz hatte dem Verein zum Bau des Hauses ein „zinsloses Darlehen“ in Höhe von 300000,- Frs. gewährt.
Ein Meilenstein in der Vereinsgeschichte war die Installierung einer modernen Brennanlage im Jahre 1979. Heute ist die Anlage nun schon 27 Jahre alt, wurde aber vor ca. 9 Jahren bis auf die letzte Schraube und Dichtung renoviert und ist somit das heimliche Kapital des Vereins. Nachdem Wolfgang Forthofer 1982 zum neuen Vorsitzenden gewählt wurde, begann die Restrukturierung des Vereins, zudem wurde das Brennhaus ausgebaut und die Außenanlage neu gestaltet, so dass die Anlage heute zu einem Schmuckstück in Frankenholz geworden ist und von Wanderern des Grubenwanderweges, auf den ein Kohlenwagen verweist, der hier aufgestellt wurde, gerne besucht wird. 1998 wurden wieder Renovierungsarbeiten am Brennhaus durchgeführt: Die Kellerdecken wurden durchgehend mit Stahlträgern gesichert und auch die Außenanlage wurde z. T. neu gestaltet. Um auf eine gute Qualität zu achten, beteiligt sich der Verein in den letzten Jahren regelmäßig an der überregional durchgeführten Obstbrandprämierung und konnte dabei mehrere Silber- und Bronzemedaillen erringen. So ist der Frankenholzer Schnaps über die Dorfgrenzen hinaus bekannt und geschätzt. Interessant, daß auch die Tochter des Schriftstellers Werner Bergengruen hier schon mehrmals Schnaps gekauft hat - u.a. zur Vorstellung des Buches „Schnaps mit Sakuska“ - und im „Brennhäuschen“ eine Widmung hinterlassen hat.) Seit einiger Zeit werden vom Verein auch Zierflaschen angeboten, für die auf Wusch individuell gestaltete Etiketten angeboten werden.
Ansonsten engagiert sich der Verein - seinem Namen gemäß - auch im Bereich des Obstanbaus, weniger im Bereich des Gartenbaus. So werden Obstbaumschnittkurse und Lehrwanderungen durchgeführt und Lehrfahrten veranstaltet. Zudem wird Informationsmaterial zu verschiedenen Themen verteilt. Mehrfach wurden auch schon Aktionen durchgeführt, bei denen Interessenten Obstbäume günstig über den Verein erwerben konnten. Großen Anklang fand das vor einigen Jahren eingeführte Lattwerchkochen, das leider nur dann veranstaltet werden kann, wenn es viele Zwetschgen und Pflaumen gibt.


Abschrift Leider ist diese Abschrift nicht mehr sehr gut zu erkennen, aber wenn man sich anstrengt kann man doch das wichtigste lesen.